Vermögen in Österreich besonders ungleich verteilt

Die privaten Vermögen in Europa haben mit insgesamt 56 Billionen Euro im vorigen Jahr ein neues Rekordniveau erreicht. Zugenommen haben aber auch die Ungleichgewichte: So besitzen reiche Haushalte einen immer größeren Teil des gesamten Vermögens. Die höchsten Vermögenskonzentrationen weist Österreich gefolgt von Deutschland auf.

40 Prozent in der Hand eines Prozents

In Österreich sind 40 Prozent der gesamten Privatvermögen im Besitz des reichsten ein Prozent der Bevölkerung, zeigt der gestern erstmals publizierte „Wealth Report Europe“ der Schweizer Privatbank Julius Bär.

In Deutschland sind es demgegenüber 35 Prozent, die dem reichsten Prozent gehören. Am niedrigsten ist die Konzentration im Vereinigten Königreich, in Griechenland und den Niederlanden, wo 15 Prozent oder weniger der gesamten Privatvermögen im Besitz des „obersten“ Prozentes sind.

Vermögen entwickelte sich europaweit unterschiedlich

2013 sind die privaten Vermögen in Europa gegenüber 2012 um 1,7 Prozent gewachsen und haben damit zum ersten Mal den Höchststand von vor der Finanzkrise übertroffen. Die Entwicklung der Vermögen ist jedoch seit der Finanzkrise sehr unterschiedlich verlaufen.

Während in Deutschland, Österreich, Frankreich aber auch in der Schweiz das Gesamtvermögen um bis zu zwei Drittel gewachsen ist, ist es in Großbritannien, Italien, Spanien und Griechenland zum Teil deutlich geschrumpft.

Das hat auch zu einer verstärkten Konzentration der Vermögen innerhalb Europas geführt. Während in den Kernländern das gesamte private Kapital angewachsen ist, ist es in den Länder der Peripherie gesunken. Zwei Drittel aller europäischen Vermögen liegen heute in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien.