Proteste in Hongkong bleiben friedlich

Die Demonstrationen für mehr Demokratie in Hongkong sind heute vorerst friedlich geblieben. Die Studenten versuchten, eine Konfrontation mit der Polizei zu vermeiden.

Die Studentenführer in Hongkong hatten zuvor das Gesprächsangebot von Verwaltungschef Leung Chun Ying angenommen. Es werde ein öffentliches Treffen mit der stellvertretenden Regierungschefin Carrie Lam organisiert, teilte die Studentenvereinigung mit.

Unter den Demonstranten gab es über Nacht heftige Diskussionen, ob eine wichtige Hauptverkehrsader mit dem Tunnel zwischen der Insel Hongkong und der Halbinsel Kowloon auch noch blockiert werden soll. Einige Studenten sperrten zwei Fahrspuren, doch leitete die Polizei den Verkehr über die anderen Spuren, so dass die Auswirkungen gering blieben.

Studenten zu Gesprächen bereit

Leung hatte wenige Stunden zuvor einen Rücktritt abgelehnt. Damit wies er eine Kernforderung der Demokratiebewegung zurück und ließ deren Ultimatum verstreichen. Gleichzeitig bot er den Demonstranten Gespräche an.

Die Studenten hielten dennoch an ihrer Rücktrittsforderung fest. Ein Amtsverzicht sei nur „eine Frage der Zeit“, hieß es in der Erklärung der Studentenvereinigung. Leung habe „seine Integrität verloren und das Vertrauen der Menschen verspielt“. Er habe nicht nur politische Reformen verweigert, „sondern auch die gewaltsame Niederschlagung friedlicher Proteste unter dem Einsatz von Tränengas angeordnet“. Die Studentenführer riefen die Demonstranten auf, ihre Proteste fortzusetzen, bis die Einführung freier Wahlen in Hongkong erreicht werde.