IS-Miliz kurz vor Ain al-Arab

Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) haben sich gestern nach Angaben eines ranghohen Kurdenpolitikers der kurdischen Stadt Ain al-Arab (kurdisch: Kobane) in Nordsyrien bis auf einen Kilometer genähert.

Der stellvertretende Außenminister der Kurdenregion, Idris Nahsen, sagte der Nachrichtenagentur AFP am Telefon aus der belagerten Stadt, die Dschihadisten seien teils zwei oder drei, teils sogar nur noch einen Kilometer entfernt.

US-Luftangriffe stoppen IS nicht

Die von der US-Luftwaffe angeführten Angriffe auf die Dschihadisten reichten nicht aus, um diese zu stoppen, fügte der kurdische Politiker hinzu. Er forderte die von den USA angeführte Militärallianz auf, den kurdischen Verteidigungseinheiten im Kampf gegen die vorrückende IS-Miliz „schwere Waffen, gepanzerte Fahrzeuge, Kanonen und Raketen“ zur Verfügung zu stellen. Außerdem müssten die Luftangriffe gegen den IS „wirksamer“ geführt werden.

Kurdische Kämpfer haben die Einnahme von Ain al-Arab durch IS seit zwei Wochen trotz mangelhafter militärischer Ausrüstung abgewehrt. Seit Beginn der Gefechte flohen 180.000 Menschen aus Ain al-Arab und den umliegenden Dörfern über die Grenze in die Türkei.

Selbstmordattentäterin soll IS-Kämpfer getötet haben

Eine kurdische Kämpferin soll bei einem Selbstmordanschlag südlich der Stadt Dutzende IS-Kämpfer getötet haben. Die Frau sei Mitglied der kurdischen Volksschutzeinheiten (YPG) gewesen, sagte der YPG-Kommandant in Ain al-Arab nach Angaben der kurdischen Nachrichtenseite Welati.

Die Frau sei in das von IS-Kämpfern kontrollierte Gebiet südlich der STadt vorgedrungen und habe den Anschlag verübt, berichtete Welati. Die Seite Hawar News, die eng mit der syrisch-kurdischen Partei der Demokratischen Union (PYD) verbunden ist, bestätigte den Selbstmordanschlag. Details wurden nicht genannt.