IS beschießt Zentrum von Ain al-Arab mit Granaten

Die Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) versuchen weiter, die Stadt Ain al-Arab (kurdisch: Kobane) an der syrisch-türkischen Grenze von drei Seiten aus sturmreif zu schießen.

„Sie feuern mit Mörsergranaten ins Stadtzentrum, und wir haben nur leichte Waffen“, sagte der Chef der Verteidiger der Stadt, Esmat al-Scheich, heute in einem Telefonat mit der Nachrichtenagentur Reuters.

Umkämpft ist vor allem ein strategisch wichtiger Hügel, dessen Einnahme den IS-Dschihadisten einen ungehinderten Einfall in Ain al-Arab ermöglichen würde. „Sollten sie in Kobani einmarschieren, wird die Stadt zum Friedhof für uns und für sie“, sagte Scheich. „Wir werden Widerstand leisten bis zum Ende.“

Ungeachtet der Luftangriffe, die die USA und einige Golfstaaten seit Tagen gegen die IS-Milizen in Nordsyrien fliegen, rückten die Dschihadisten weiter auf die Stadt vor. Dort wird die Lage für die Bevölkerung immer schwieriger. Ein Übersetzer der kurdischen Partei PYD sagte Reuters, die Stadt sei von der Wasser- und Stromversorgung abgeschnitten.

Türkei evakuiert Grenzdörfer

An der türkischen Grenze in Sichtweite der Stadt fuhren heute wieder Panzer der Türkei auf, die Geschützrohre Richtung Syrien ausgerichtet. In der Türkei schlug unterdessen eine Mörsergranate in einem Haus ein. Dabei soll es aber keine Verletzten gegeben haben. Schon vergangene Woche hatte die türkische Armee einmal Panzer an der Grenze postiert, nachdem Querschläger von syrischem Gebiet aus dort eingeschlagen waren.

Das türkische Parlament hat der Regierung grünes Licht für Einsätze in Syrien und im Irak gegeben, allerdings gab es keine Hinweise darauf, dass eine solche Militäraktion unmittelbar bevorsteht. Die Nachrichtenagentur Anadolu meldete, türkische Behörden hätten wegen des wiederholten Granatenbeschusses die Evakuierung dreier Grenzdörfer angeordnet.