Sterbehilfe: Bioethikkommission gründete Arbeitsgruppe

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Parallel zur parlamentarischen Enquetekommission beschäftigt sich auch die beim Bundeskanzleramt angesiedelte Bioethikkommission mit dem Thema Sterbehilfe.

Man arbeite dabei in einer „gewissen leger verzahnten Parallelität“ zusammen, sagte die Vorsitzende Christiane Druml bei einem Hintergrundgespräch vor einer öffentlichen Sitzung heute. Ergebnisse werden bereits für Jahresende erwartet.

„Wir haben im Rahmen des Regierungsprogramms das Mandat bekommen, uns zum Thema ‚Sterben in Würde‘ zu äußern“, so Druml. Dafür wurde eigens eine Arbeitsgruppe unter dem Vorsitz des Mediziners Andreas Valentin eingerichtet.

„Sind ein bisschen schneller“

„Wir sind ein bisschen schneller als die Enquetekommission“, so Druml. Sie erwartet rasch Ergebnisse, die in ein Abschlussdokument einfließen sollen. Dennoch arbeite man eng mit der parlamentarischen Enquetekommission unter dem Vorsitz der ÖVP-Abgeordneten Gertrude Aubauer zusammen.

Laut Valentin geht es im ersten Schritt an eine Statuserhebung zur Situation der Palliativmedizin in Österreich: „Wie wird unter welchen Umständen in Österreich gestorben?“ Daraus werden sich schließlich Empfehlungen unter anderem an den Gesetzgeber ergeben.

Laut Valentin liegt derzeit ein „völlig falscher Fokus“ auf der Frage nach einer verfassungsrechtlichen Verankerung des Sterbehilfeverbots. Der Mediziner verwies darauf, dass dies ohnedies schon in einfachen Gesetzen geregelt sei.

„Sterbebegleitung“ statt „Sterbehilfe“

Aber auch am Wort „Sterbehilfe“ stößt sich Valentin. „Das Beste wäre, diesen Begriff überhaupt fallenzulassen“, handle es sich doch in vielen Fällen eher um ein „Zulassen und Begleiten des Sterbens“. Bei vielen Ärzten herrsche zudem Unsicherheit, wie sie überhaupt in solchen Fällen vorgehen dürfen.

Auch Gian Domenico Borasio, Palliativmediziner und Buchautor, fordert ein Umdenken. „Was man machen muss, ist, das Therapieziel zu verändern“, schlug er vor und forderte zudem die Einführung der Palliativmedizin als Pflichtfach während des Medizinstudiums.