Aktivisten: IS erobert drei Stadtteile von Ain al-Arab

Nach heftigen Kämpfen mit kurdischen Milizionären hat die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten drei Stadtteile im Osten der syrischen Grenzstadt Ain al-Arab (kurdisch: Kobane) erobert. Die IS-Kämpfer hätten eine Industriezone und die Viertel Maktala al-Dschadida und Kani Arabane in ihre Gewalt gebracht, teilte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern am späten Abend mit.

Kurdische Milizen riefen Zivilisten zur Flucht auf

Trotz heftiger Gegenwehr der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) und Luftangriffen der internationalen Militärallianz rücken die Dschihadisten seit Tagen unaufhaltsam auf die Stadt vor.

Der örtliche Kurdenvertreter Idris Nahsen bestätigte am Telefon, dass es im Ostteil der Stadt heftige Gefechte gebe. Der kurdische Journalist Mustafa Bali sagte der Nachrichtenagentur AFP, angesichts der Straßenkämpfe hätten die kurdischen Milizen die verbleibenden Zivilisten aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Allein gestern Abend seien rund 2.000 Zivilisten aus Ain al-Arab geflohen.

Ban ruft zum Schutz der Menschen in Kobane auf

UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon rief zum Schutz der Zivilbevölkerung in der von der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) belagerten syrischen Stadt Kobane auf. Wie ein Sprecher Bans in New York mitteilte, appellierte der Generalsekretär dringend an alle, die die Mittel dazu hätten, sofort zum Schutz der Bevölkerung zu handeln.

Diese Forderung erhob Ban vor dem Hintergrund der „groben und grausamen Verletzungen der Menschenrechte“, die die Terroristengruppe während ihres „barbarischen Feldzugs“ in der Region begangen habe.

Ban verfolge mit erheblicher Sorge die IS-Offensive gegen Kobane im Norden Syriens, die zu massiver Flucht von Zivilisten und vielen Toten geführt habe, hieß es weiter in der UNO-Mitteilung.

Türkei bremst bei Bodeneinsatz

Bereits vergangene Woche hatte die Türkei den kurdischen Kämpfern ihre Unterstützung zugesagt. Bisher kamen die an der Grenze zu Syrien stationierten türkischen Panzer aber noch nicht zum Einsatz. Und laut Ministerpräsident Ahmet Davutoglu dürfte sich das so schnell nicht ändern.

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