14 Tote bei Kurdenprotesten in der Türkei

Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Kurden und der Polizei in der Türkei sind nach Medienberichten mindestens 14 Menschen getötet worden. Vor allem im Südwesten der Türkei kam es zu Solidaritätskundgebungen für die von der IS-Miliz bedrohten syrischen Stadt Ain al-Arab (kurdisch: Kobane). Wie die Zeitung „Hürriyet“ berichtete, seien zudem zahlreiche Menschen verletzt worden.

Tausende Demonstranten verlangten von der Regierung in Ankara, mehr zum Schutz Kobanis zu unternehmen. IS-Kämpfer sind bereits in den Südwesten der syrischen Stadt vorgedrungen. 180.000 Menschen sind aus Kobane in die Türkei geflohen.

Erdogan sieht Stadt „vor dem Fall“

Angesichts des Einrückens des IS in Ain al-Arab wächst die Furcht vor einem Fall der strategisch bedeutsamen Kurdenhochburg. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan warnte, die Stadt stehe „vor dem Fall“ und sprach sich für eine internationale Bodenoffensive aus. Auch der UNO-Syrien-Gesandte Staffan de Mistura forderte eine sofortige internationale Intervention zur Rettung Kobanes.

Mehr Luftangriffe gefordert

Die Türkei hat die USA zu verstärkten Luftangriffen auf die IS-Miliz in Syrien aufgefordert. Die Bombardierungen müssten aktiver und effizienter werden, sagte Vize-Ministerpräsident Yalcin Akdogan der Internetseite des TV-Senders „AHaber“ zufolge.

Nach Angaben von Aktivisten lieferten sich IS-Kämpfer und Kurden erbitterte Straßenkämpfe im Süden und Westen der Stadt an der türkischen Grenze. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, die Dschihadisten hätten trotz erneuter Luftangriffe der US-geführten internationalen Militärallianz mehrere Gebäude in ihre Gewalt gebracht. AFP-Reporter auf der türkischen Seite der Grenze berichteten von mindestens acht Luftangriffen.