Hongkong: Weitere Proteste angekündigt

Die Anführer der Bewegung für mehr Demokratie in Hongkong haben zur Fortsetzung der Straßenproteste aufgerufen. Der stellvertretende Generalsekretär der Studentenvereinigung HKFS, Lester Shum, sagte heute, die „Kampagne zum zivilen Ungehorsam“ gehe weiter.

Der Anführer der Protestgruppe Occupy Central, Chan Kin Man, verlangte von der Regierung erst eine „konkrete Antwort auf die Forderungen der Studierenden“, bevor der Konflikt beigelegt werden könne.

Nach den tagelangen Massenprotesten der Demokratiebewegung in der chinesischen Sonderverwaltungszone war die Zahl der Demonstranten zuletzt auf nur noch einige hundert geschrumpft. Die Polizei versuchte zuletzt nach eigenen Angaben, die verbliebenen Demonstranten zum Abbau der von ihnen errichteten Barrikaden zu bewegen.

Für Freitag sind Gespräche zwischen der stellvertretenden Regierungschefin Carrie Lam und Vertretern der Demokratiebewegung vorgesehen. Die Protestierenden fordern die Änderung einer von Peking beschlossenen Wahlreform: Diese sieht vor, dass die Bevölkerung Hongkongs 2017 erstmals direkt einen Verwaltungschef wählen darf, jedoch will die chinesische Staatsführung die Bewerber vorab auswählen. Die Demonstranten verlangen hingegen freie Wahlen.