WHO zählt inzwischen fast 3.900 Ebola-Tote

An der Ebola-Epidemie in Westafrika sind nach Angaben der Vereinten Nationen mittlerweile fast 3.900 Menschen gestorben. Insgesamt infizierten sich 8.033 Patienten mit dem gefährlichen Virus, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gestern bekanntgab. Dem Virus erlagen demnach 3.865 von ihnen, also beinahe die Hälfte.

Chance nur bei schnellem Handeln

Der UNO-Sonderbeauftragte Anthony Banbury sagte in Guineas Hauptstadt Conakry, bei schnellem Handeln bestehe eine Chance, der Epidemie Herr zu werden. Die Frage sei, wie viele Menschen bis dahin sterben müssten. Banbury hatte zuvor Sierra Leone und Liberia besucht.

Die jüngste WHO-Bilanz zu der seit Monaten grassierenden Seuche bezieht sich auf den Zeitraum bis zum 5. Oktober. Zwei Fälle sind darin noch nicht berücksichtigt: die spanische Krankenpflegerin, deren Ansteckung am Montag - als erster Fall in Europa - bestätigt wurde, und der am Mittwoch im texanischen Bundesstaat Texas gestorbene Liberianer, bei dem das Virus erstmals außerhalb Afrikas diagnostiziert worden war.

Kranke Pflegerin warnte vergebens

Die Details, die spanische Medien nun zum Fall der Krankenschwester in Madrid berichten, werfen einige Fragen auf. So soll die 44-Jährige ihr Spital mehrmals wegen verdächtiger Symptome angerufen haben - sie wurde jedoch zum Hausarzt geschickt und erhielt dort ein fiebersenkendes Mittel. Als sie schließlich stationär aufgenommen wurde, wurde sie zunächst wiederum nicht isoliert.

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USA schicken 100 Soldaten nach Liberia

Die USA schicken 100 Soldaten nach Liberia, um im Kampf gegen die Ebola-Epidemie zu helfen. Das kündigte Pentagon-Sprecher John Kirby an. Die Soldaten kommen mit vier senkrecht startenden Flugzeugen des Typs MV-22 Osprey und zwei Militärtransportern des Typs C-130 Hercules.

Sie sollen vorübergehend beim Transport helfen, bis die bereits angekündigten Einheiten der US-Armee dann im Lauf dieses Monats eintreffen. Präsident Barack Obama hatte zur Eindämmung des Virus bereits die Entsendung von bis zu 3.000 Soldaten zugesagt. Diese Zahl wurde am vergangenen Freitag dann auf bis zu 4.000 Soldaten erhöht.