Selbstmordattentat in Sanaa fordert Dutzende Menschenleben

Bei einem Selbstmordanschlag auf Angehörige des schiitischen Huthi-Stammes in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa sind heute 47 Menschen getötet worden, wie das Gesundheitsministerium berichtete. 75 Menschen seien zudem verletzt werden.

Tote bei weiterem Selbstmordanschlag

In der südöstlich gelegenen Stadt Mukalla wurden unterdessen nach Militärangaben zehn Soldaten bei einem weiteren Selbstmordattentat getötet. Ein Attentäter der Terrororganisation Al-Kaida habe sich mit seinem Auto vor einer Straßensperre in die Luft gejagt und dabei zwei Armeefahrzeuge zerstört, sagte ein jemenitischer Armeeangehöriger gegenüber AFP.

Unmittelbar zuvor war bekanntgeworden, dass der Regierungschef des Jemen das Handtuch wirft. Regierungschef Ahmed Awad bin Mubarak erklärte laut staatlichen Medienberichten von heute seinen Amtsverzicht. Die Ernennung Mubaraks war erst am Dienstag durch Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi erfolgt, der damit einen ersten Schritt zur Bildung einer funktionsfähigen Regierung setzten wollte.

Hoffnungsschimmer zunichtegemacht

Die jemenitischen Huthi-Rebellen hatten die Ernennung Mubaraks sogleich abgelehnt. Präsident Hadi habe den Verzicht Mubaraks akzeptiert, berichtete nun die staatliche Nachrichtenagentur Saba. Die Aufständischen hatten am 21. September nach tagelangen Gefechten mit der Armee und regierungstreuen Milizen ihre Kontrolle faktisch auf die gesamte Hauptstadtregion ausgedehnt.

Nach der Einnahme mehrerer Regierungs- und Armeegebäude in Sanaa unterzeichneten die Rebellen im Beisein des UNO-Sondergesandten Jamal Benomar eine Waffenruhe mit Staatschef Hadi, die die Entwaffnung der Aufständischen vorsieht.