Vorwürfe gegen Mexikos Regierung wegen Studentenmorden

In der mexikanischen Stadt Chilpancingo haben gestern (Ortszeit) mehrere tausend Menschen gegen das Verschwinden von 43 Studenten protestiert.

Die Demonstranten blockierten zeitweise die Schnellstraße, die die Hauptstadt des Bundesstaates Guerrero mit dem Urlaubsparadies Acapulco verbindet. Auch in der Hauptstadt Mexiko-Stadt gab es Proteste. Die Demonstranten werfen der Regierung Mitverantwortung für die mutmaßlichen Morde vor.

Die seit 26. September vermissten Studenten waren von der Polizei festgenommen worden, ein Teil von ihnen wurde offenbar in Zusammenhang mit Verstrickungen mit Drogenkartellen umgebracht. Zuletzt wurde bei Iguala ein Massengrab mit 28 Leichen gefunden. Ein Teil der Angehörigen geht davon aus, dass zahlreiche Studenten noch leben. Igualas Bürgermeister Jose Luis Abarca wurde seit Tagen nicht mehr gesehen.

„Wir schreiben die Verschleppung unserer Kollegen dem Staat zu“, sagte Studentenvertreter Omar Garcia. Scharfe Kritik an den mexikanischen Behörden kam vom Sprecher der Menschenrechtsorganisation Amnesty International (AI), Perseo Quiroz. Er warf ihnen vor, seit mehr als einem Jahrzehnt die Augen zu verschließen, wenn Menschen verschwänden oder ihnen Gewalt angetan werde.