Vermisste Studenten: Schwere Vorwürfe gegen Polizei

Nach dem Verschwinden von 43 Studenten im Südwesten Mexikos hat der Staatsanwalt des Bundesstaates Guerrero schwere Vorwürfe gegen die örtliche Polizei erhoben. Die Sicherheitskräfte der Stadt Iguala seien von der kriminellen Organisation Guerreros Unidos unterwandert, sagte Inaky Blanco gestern.

Der Sicherheitschef der Stadt habe den Einsatz gegen die Studenten angeordnet. Offenbar übergab die Polizei die Festgenommenen anschließend den Guerreros Unidos. Wegen des Vorfalls wurden bisher 26 Beamte und vier mutmaßliche Bandenmitglieder festgenommen.

Tausende demonstrierten

In Mexiko macht sich zusehends Empörung breit. Tausende gingen gestern auf die Straße, um die Aufklärung des Verschwindens der Studenten vor knapp zwei Wochen zu fordern. Möglicherweise sind etliche der 43 jungen Leute tot: Vor einigen Tagen entdeckten Ermittler zum Teil verbrannte Leichen, die noch nicht identifiziert wurden.

Mitglieder einer Verbrecherorganisation gestanden angeblich den Mord an einigen Studenten. Doch ist nach wie vor unklar, was genau passierte. Menschenrechtsorganisationen werfen den Behörden zudem vor, nicht ernsthaft zu ermitteln.

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