Lange Haftstrafen für Muslimbrüder in Ägypten

Ein Gericht in Ägypten hat acht Angeklagte, darunter zwei ranghohe Muslimbrüder, zu langen Haftstrafen verurteilt. Die Richter sahen es gestern als erwiesen an, dass die Männer 2011 während des Aufstandes gegen den damaligen Präsidenten Hosni Mubarak einen Anwalt gefoltert hatten, wie aus Justizquellen verlautete.

Die führenden Muslimbrüder Mohammed al-Beltagi und Safwat Hegasi, ein Journalist des Fernsehsenders al-Jazeera und ein weiterer Angeklagter erhielten 15 Jahre Gefängnis. Vier weitere Beschuldigte wurden zu drei Jahren Freiheitsentzug verurteilt.

Ägyptens erster demokratisch gewählter Präsident Mursi war Anfang Juli 2013 vom Militär gestürzt worden. Die anschließenden Proteste der mit ihm verbündeten Muslimbrüder wurden blutig niedergeschlagen, mehr als 1.400 Anhänger Mursis wurden getötet. Diese werden seither rigoros durch die Sicherheitskräfte und die Justiz verfolgt. In den vergangenen Monaten wurden bereits Hunderte Islamisten zu langjähriger Haft oder zum Tod verurteilt. Auch Mursi selbst muss sich in mehreren Verfahren vor Gericht verantworten.