Übergriffe: Ermittlungen gegen Polizei in Hongkong

Wegen der mutmaßlichen Misshandlung eines wehrlosen Demonstranten wird gegen mehrere Polizisten in Hongkong ermittelt. Die Beamten seien von ihren derzeitigen Aufgaben entbunden worden, sagte der Sicherheitschef der chinesischen Sonderverwaltungszone, Lai Tung Kwok, heute. Er versprach eine „genaue und faire Untersuchung“ des Vorfalls. Gegen wie viele Polizisten sich der Verdacht richtet, ist nicht bekannt.

Auf einem vom TV-Sender TVB veröffentlichten Video ist zu sehen, wie ein Polizist einen gefesselten Demonstranten schlägt, der in einer dunklen Ecke eines Parks auf dem Boden liegt. Drei weitere Beamte treten den Mann mehrfach.

Dem Sender zufolge dauert der Angriff vier Minuten. Der Demonstrant gehört offenbar der Demokratiegruppe Civic Party an. Die Organisation schaltete einen Anwalt ein. Studentenführer Joshua Wong sagte, die Polizei habe nun jegliches Vertrauen verspielt.

Video dazu in iptv.ORF.at

Besetzter Straßentunnel geräumt

Unterdessen gehen die Proteste in Hongkong weiter. Die Polizei ging gewaltsam gegen Demonstranten vor, die einen Straßentunnel besetzt hielten. 45 von ihnen wurden festgenommen.

Die Sicherheitskräfte setzten Pfefferspray ein. Es waren mehrere hundert Polizisten im Einsatz. Es war das härteste Vorgehen der Polizei gegen die Demokratiebewegung seit rund einer Woche. Zahlreiche Demonstranten wurden zu Boden gerungen und weggetragen.