Kiew will Bericht über Streubomben prüfen

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Die ukrainische Präsidentschaft hat gestern zugesagt, Vorwürfe der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) zum Einsatz von Streubomben in bewohnten Gebieten untersuchen zu lassen. Vertreter der ukrainischen Armee dementierten den Einsatz der wegen ihrer Ungenauigkeit von vielen Staaten geächtete Munition.

Poroschenkos Stabschef sagte, die Präsidentschaft habe den Einsatz von Streubomben nicht autorisiert. Das Verteidigungsministerium wies die Vorwürfe von HRW seinerseits entschieden zurück. „Diese Beschuldigungen sind unbegründet“, sagte der Ministeriumssprecher Bogdan Senik.

Schwere Vorwürfe

In einem gemeinsamen Bericht von Human Rights Watch und der Zeitung „New York Times“ heißt es, die Armee habe in den Kämpfen gegen die prorussischen Separatisten im Osten des Landes wiederholt Streubomben eingesetzt. Die Untersuchung listet zwölf Vorfälle auf, bei denen sechs Menschen getötet worden seien. Bei einem dieser Vorfälle wurde demnach am 2. Oktober auch ein Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) getötet.

Streubomben sind Raketen oder Bomben, die Dutzende oder Hunderte kleinere Sprengkörper enthalten. Diese streuen laut HRW über Gebiete „oft in der Größe eines Fußballfelds“. Die internationale Konvention zum Verbot von Streubomben von 2008 wurde von 113 Staaten unterzeichnet, nicht jedoch von der Ukraine, Russland und den USA.