Sierra Leone wegen Ebola auf Nothilfeniveau

Die Welthungerhilfe hat auf die gravierenden Auswirkungen der Ebola-Epidemie auf das gesamte Wirtschaftsleben in Sierra Leone aufmerksam gemacht. „Ebola bringt das Land wieder auf das Nothilfeniveau“, sagte Jochen Moninger, Leiter der Welthungerhilfe in Sierra Leone der „Wirtschaftswoche“ laut einer Vorabmeldung.

Wegen Ebola seien die Schulen geschlossen. „1,6 Millionen Kinder und Jugendliche verlieren ein ganzes Schuljahr“, sagte Moninger. Die Regierung habe an allen Bezirksgrenzen Kontrollposten eingerichtet, die nur zwischen 9.00 Uhr und 17.00 Uhr passiert werden dürften.

Normalerweise brächten Bauern aus dem Nordosten des Landes ihre Ernte nachts in die 200 Kilometer entfernte Hauptstadt Freetown. Diese Transportwege seien nun abgeschnitten, die Bauern müssten ihre Ware tagsüber transportieren. In Sierra Leone gebe es keine Kühlketten. Die Ernte verkomme, noch bevor sie in Freetown eintreffe. Vor der Ebola-Epidemie habe sich Sierra Leone im Aufschwung befunden.