Ankunft von Peschmerga in Kobane weiter offen

Über den Zeitplan zum Einsatz von Peschmerga-Soldaten aus der kurdischen Autonomieregion im Nordirak in der syrischen Grenzstadt Kobane herrscht Verwirrung. Das Peschmerga-Ministerium in der Autonomieregion in Erbil dementierte heute auf dpa-Anfrage einen Bericht des Nachrichtenportals Rudaw, wonach sich 150 Soldaten bereits morgen auf den Weg in die von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) belagerte Stadt machen wollen.

Der Generalsekretär im Ministerium der kurdischen Streitkräfte, Dschabar Jawar, sagte, diese Berichte seien falsch. Die Bewegung dieser Kräfte werde unter strengster Geheimhaltung erfolgen, da es sich hierbei um militärische Angelegenheiten handle, fügte er hinzu. Bisher gebe es aber noch keine Entscheidung, wann die Einheiten losgeschickt würden.

IS zurückgedrängt

Dank internationaler Luftschläge eroberten kurdische Kämpfer bei der Verteidigung von Kobane zuletzt wichtige Gebiete zurück. Nach Angaben eines kurdischen Aktivisten übernahmen die Volksschutzeinheiten (YPG) einen strategisch wichtigen Hügel am Rande der Ortschaft an der türkischen Grenze.

Vor wenigen Tagen hatten IS-Einheiten einen rund drei Kilometer langen Korridor von dem Hügel Tell Schair bis zur Stadtgrenze eingenommen. Der Korridor im Westen diente den kurdischen Verteidigern unter anderem als Landestreifen für die am vergangenen Montag von US-Flugzeugen abgeworfenen Waffenlieferungen an die Kurden und als Pufferzone zum Grenzübergang in die Türkei.

Stadt im Nordirak zurückerobert

Peshmerga-Kämpfer eroberten unterdessen nach Angaben aus Sicherheitskreisen die nordirakische Stadt Sumar und mehrere umliegende Ortschaften vom IS wieder zurück. Nach Luftangriffen der US-geführten Allianz gegen IS-Stellungen seien Peshmerga-Einheiten aus fünf Richtungen auf die Stadt vorgerückt, sagte ein Geheimdienstoffizier in Sumar.