BIG: Transparenter Verkauf von Palais für Abdullah-Zentrum

Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) hat sich gestern gegen Vorwürfe der Grünen im Zusammenhang mit dem Verkauf des Palais Sturany, in dem das König Abdullah Zentrum für Interkulturellen und Interreligiösen Dialog (KAICIID), untergebracht ist, gewehrt.

Das Palais wurde 2011 um 13,4 Millionen Euro verkauft. Käufer war der saudische König Abdullah persönlich. Er habe dafür keine Umsatzsteuer und Grunderwerbssteuer entrichten müssen, da er als Staatschef im Ausland von Steuerzahlungen befreit sei, hieß es damals aus dem Außenministerium.

„Es gab vollste Transparenz im Bieterverfahren“, betonte BIG-Sprecher Ernst Eichinger gegenüber der APA. Das Gebäude sei im März 2011 zum Verkauf ausgeschrieben worden, und Ende Mai habe man den Meistbieter ermittelt: „Das war das Königreich Saudi-Arabien. Es gab hier keine Geheimnisse.“ Wie bei allen Verkaufsverhandlungen der BIG habe zunächst ein unabhängiger Sachverständiger den Verkehrswert in einem Gutachten ermittelt: „Der lag damals bei rund 8,5 Mio. Euro.“ An diesem orientiere sich normalerweise der Mindestverkaufspreis, zu dem ausgeschrieben werde. „Letztendlich ist bei dem Verfahren ein Verkaufspreis von 13,4 Mio. Euro erzielt worden“, sagte der Konzernsprecher.

Umstrittene Aussage Bandion-Ortners

Das KAICIID, das in dem Palais untergebracht ist, war zuletzt wieder anlässlich der Aussagen der stellvertretenden Leiterin und früheren ÖVP-Justizministerin Claudia Bandion-Ortner über die Todesstrafe und die Rolle der Frau in Saudi-Arabien in den Fokus der Kritik geraten.

Was den Verkaufsprozess des Palais betrifft, verwies ein KAICIID-Sprecher lediglich auf die BIG. Das KAICIID sei Mieter in dem Gebäude, erklärte er. Zu Bandion-Ortners Aussagen äußerte er sich nicht.