Streit um Ebola-Zwangsquarantäne für Helfer in USA

In den USA ist ein heftiger Streit über eine Zwangsquarantäne für Ebola-Ärzte und andere Helfer ausgebrochen, die aus Westafrika nach New York und New Jersey zurückkehren. Auch die Regierung von Präsident Barack Obama habe große Bedenken gegen diese Maßnahmen und das den Gouverneuren beider Bundesstaaten, Andrew Cuomo und Chris Christie, mitgeteilt, berichtete die „New York Times“ gestern.

Pflegerin will klagen

Zuvor waren Besorgnisse laut geworden, dass eine solche vorgeschriebene dreiwöchige Isolation bei der Rückkehr Ärzte und Pfleger aus den USA davon abhalten könnte, Ebola-Kranken in Westafrika dringend nötige Hilfe zu leisten.

Außerdem hatte sich eine Krankenschwester, die nach ihrem Einsatz in Sierra Leone als Erste in New Jersey den neuen Vorschriften zufolge in Zwangsquarantäne geschickt wurde, heftig darüber beschwert, wie mit ihr umgegangen worden sei, und Klage angekündigt.

Cuomo und Christie hatten die Maßnahmen für ihre Bundesstaaten verfügt und verteidigten sie erneut damit, dass derzeitige Regeln auf Bundesebene nicht ausreichten. Die neue Vorschrift gilt für Personen, die auf dem Flughafen JFK in New York oder dem Newark Liberty International Airport im benachbarten New Jersey landen. Zwei weitere Bundesstaaten, Illinois und Florida, wollen laut Medienberichten dem Beispiel folgen.

Die Bundesregierung stehe in Konsultationen mit den Gouverneuren New Yorks und New Jerseys, um eine Modifizierung der Vorschriften zu erreichen, hieß es in der „New York Times“.

Regeln gelockert

Tatsächlich lockerte der New Yorker Gouverneur Cuomo nach Angaben der Zeitung am späten Abend die Regeln. Nunmehr könnten Menschen, die keine Symptome zeigen, zu Hause in Quarantäne bleiben und erhielten eine Entschädigung für entgangenes Einkommen.

Nach der Ankündigung von Cuomo teilte auch der Gouverneur von New Jersey, Christie, mit, dass Bewohner seines Bundesstaates zu Hause bleiben könnten, wenn sie keine Symptome zeigten.