US-Vizepräsident Biden gratuliert Ukrainern

US-Vizepräsident Joe Biden hat den Ukrainern zu der erfolgreichen Parlamentswahl mit demokratischen Standards gratuliert. Das sagte Biden in einem Telefongespräch dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko nach Angaben des Weißen Hauses.

Bei einem geplanten Besuch in der Ukraine Mitte November werde Biden mit Poroschenko die bilateralen Beziehungen, die Reformen sowie die Lage in der Ostukraine erörtern.

Erste Sondierungsgespräche

Nach ihrem klaren Sieg bei der Parlamentsneuwahl begannen die in die EU strebenden Parteien unterdessen mit den Koalitionsverhandlungen. Das prowestliche Bündnis um Poroschenko sondierte nach eigenen Angaben mit der Volksfront von Ministerpräsident Arseni Jazenjuk Möglichkeiten für eine gemeinsame Regierung.

Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) bewertete die Wahl vom Sonntag als demokratisch und Fortschritt. Die EU sprach von einem Sieg der Demokratie - und forderte weitere Reformen und eine friedliche Lösung des Konflikts in der Ostukraine.

Selbsthilfe oder Timoschenko als Partner

Nach Auszählung von mehr als der Hälfte der Stimmzettel kamen der Poroschenko-Block und Jazenjuks Volksfront jeweils auf mehr als 21 Prozent, wie die Wahlkommission in Kiew mitteilte. Die ebenfalls proeuropäische Partei Samopomoschtsch (Selbsthilfe) lag demnach bei 11,2 Prozent. Die neue liberale Kraft ist wie die Vaterlandspartei von Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko für eine Beteiligung an der Koalition im Gespräch. Die Vaterlandspartei erhielt rund 5,7 Prozent.

Der Oppositionsblock kam laut Teilergebnissen auf knapp zehn Prozent der Stimmen. Die Radikale Partei des Rechtspopulisten Oleg Ljaschko erhielt rund 7,3 Prozent. Unklar war zunächst, ob die rechtsextreme Partei Swoboda den Sprung über die Fünfprozenthürde geschafft hat.

Hälfte der Sitze Direktmandate

Die 423 Mandate werden zur Hälfte nach Listenwahl und zur Hälfte per Direktmandat vergeben. Die Wahlkommission hat bis zum 10. November Zeit, das amtliche Endergebnis bekanntzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 52,5 Prozent - und war damit klar niedriger als bei der Präsidentenwahl im Mai mit mehr als 60 Prozent.