Zweite US-Pflegerin kommt nach Ebola-Heilung aus Klinik

In den USA hat sich heute auch die zweite von Ebola geheilte Krankenschwester auf ihre Entlassung aus dem Krankenhaus vorbereitet. Amber Vinson war schon in der vergangenen Woche für geheilt erklärt worden, dennoch musste sie noch einige Tage in der Spezialklinik der Emory-Universität in Atlanta im Bundesstaat Georgia bleiben.

Am Freitag hatte Vinsons Kollegin Nina Pham, die sich bei der Pflege desselben Patienten - Thomas Eric Duncan - in einem Krankenhaus im texanischen Dallas mit Ebola angesteckt hatte, eine Klinik in einem Vorort von Washington verlassen. Sie war kurz darauf von US-Präsident Barack Obama empfangen worden.

Genaue Hintergründe der Infizierung unklar

Die US-Seuchenkontrollbehörde CDC machte einen Verstoß gegen Sicherheitsbestimmungen für die Ansteckung der beiden Krankenschwestern in dem Krankenhaus von Dallas verantwortlich. Die genauen Umstände sind aber weiterhin unklar. Offenbar gab es Probleme mit der Schutzkleidung.

Die Ansteckung war nicht die einzige Panne: Vinson war danach mit einem Linienflug nach Ohio und zurück geflogen, obwohl sie schon leichtes Fieber hatte. Die CDC hatte ihr grünes Licht für die Reise gegeben. Einen Tag später wurde sie dann positiv auf Ebola getestet.

Tests mit Impfstoff starten in der Schweiz

In der Schweiz starten unterdessen in dieser Woche Tests mit einem der vielversprechendsten potenziellen Impfstoffe gegen Ebola. Nach dem grünen Licht der Schweizer Zulassungsbehörde sollen 120 freiwillige Helfer vor ihrem Einsatz in Westafrika mit dem Stoff geimpft werden, teilte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) mit. Zuständig ist das Universitätskrankenhaus Lausanne. Das Mittel, das bisher nur klinisch erprobt wurde, entwickelte der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline.

Der Stoff wird ChAd3 genannt und basiert auf gentechnisch veränderten Schimpansen-Adenoviren. Die Viren sind mit der genetischen Bauanleitung eines bestimmten Ebola-Proteins bestückt, erläuterte die WHO. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen als Grundlage für weitere Studien mit mehreren tausend Menschen dienen.