F: Demonstrant wohl durch Granate der Gendarmerie getötet

Der junge Demonstrant, der in Frankreich bei Protesten gegen ein Staudamm-Projekt starb, ist offenbar durch eine Polizeigranate getötet worden. Wie der Staatsanwalt im südfranzösischen Albi, Claude Derens, gestern mitteilte, wurden Spuren des Sprengstoffs TNT an der Kleidung des 21-jährigen Opfers gefunden.

Dieser Sprengstoff sei in „offensiven Granaten“ enthalten, die von der französischen Gendarmerie verwendet werden. Zudem sei die Granate offenbar aus dem Bereich abgefeuert worden, in dem sich Polizisten und Gendarmen aufhielten.

Eltern planen Anzeige, zahlreiche Demos

Der 21-jährige Remi Fraisse war in der Nacht auf Sonntag bei Zusammenstößen zwischen Polizisten und Demonstranten, die gegen das Staudamm-Projekt von Sivens im Verwaltungsbezirk Tarn demonstriert hatten, gestorben. Seine Eltern kündigten eine Anzeige gegen „Vertreter der Staatsgewalt“ wegen des Vorwurfs der vorsätzlichen Tötung an. Wegen des Vorwurfs der „Polizeigewalt“ war es zu zahlreichen Demonstrationen in mehreren Städten Frankreichs gekommen.

Der seit dem 1. September im Bau befindliche Staudamm soll der Bewässerung landwirtschaftlicher Nutzflächen dienen. Die Gegner des Großprojekts kritisieren, dass davon lediglich Großbetriebe profitierten, die eine intensive Landwirtschaft betreiben.