EU-Staaten bremsen beim Müllrecycling

Die EU-Staaten bremsen bei den geplanten härteren Vorgaben für das Recycling von Müll. Die von der EU-Kommission vorgeschlagenen neuen Ziele halten viele Staaten für zu ambitioniert. Das wurde beim Treffen der EU-Umweltminister heute in Luxemburg deutlich. Es gebe „ein Zögern bei den Staaten“, sagte der Umweltminister Italiens, Gian Luca Galletti, nach der Debatte.

Die Europäer sollen nach dem Willen der EU-Kommission deutlich mehr Müll wiederverwerten. Dazu hatte EU-Umweltkommissar Janez Potocnik im Juli ein Gesetzespaket vorgelegt. Es sieht vor, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt in jedem Staat 70 Prozent des Abfalls recycelt werden, bei Verpackungsmüll sogar 80 Prozent.

Das wäre eine Verschärfung des bisher geltenden Ziels von 50 Prozent bis 2020. Die Vorgaben betreffen Müll aus Haushalten, Büros und Restaurants, aber keine Industrieabfälle. Potocnik betonte: „Abfall ist eine Riesenchance.“ Und er kritisierte: „Nicht alle haben das schon zur Gänze begriffen.“

Einigung in weiter Ferne

Damit das Ziel verbindlich wird, müssen sich EU-Kommission, Staaten und EU-Parlament einigen - das dürfte erst 2015 der Fall sein.

Das Recyclingniveau ist in den EU-Staaten sehr unterschiedlich. Nach EU-Angaben wurden 2012 im EU-Schnitt 42 Prozent des Abfalls recycelt oder kompostiert. Deutschland führte die Liste mit 65 Prozent an, Rumänien war Schlusslicht mit fünf Prozent. Auf jeden EU-Bürger kommen im Schnitt rund 490 Kilogramm Abfall pro Jahr.