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Morphin, Moderne und Nirvana

Wen die Götter lieben, den holen sie früh zu sich, besagt ein abgegriffener Aphorismus. Und manchen kann es auf dem Weg zu den Göttern nicht rasch genug gehen. Wer mit 27 in den Olymp der Ewigkeit tritt, hat Chancen auf Verklärung im „Club 27“. Kurt Cobain war so ein Frühberufener mit 27. Drogenrausch und Weltwahrnehmung auf rätselhafte Songlines mit Sogwirkung zu bringen, das war auch die Kunst von Georg Trakl, dem vor 100 Jahren auf den Kriegsfeldern Galiziens nach einer Überdosis Kokain das Herz stehen blieb. Bis heute entzieht sich Trakl jeder Einordnungsschablone. Und fasziniert vielleicht auch, weil der, der mit 27 von der Bühne der Moderne getreten ist, in gewissem Sinn Österreichs erster Popstar und Gift-Poet war. Mit ins Grab nahm er nicht nur ein Inzesträtsel, sondern Erkenntnisse, die er „im Blute der Dämonen“ gehört haben will.

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