Freie Syrische Armee hat 400 Kämpfer in Kobane

Die Freie Syrische Armee (FSA) verfügt in der belagerten nordsyrischen Stadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) nach Angaben eines Kommandanten bereits über 400 Soldaten, die an der Seite von Kurden gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) kämpfen. Weitere FSA-Kämpfer seien auf dem Weg in die nordsyrische Stadt, sagte der Kommandant Nisar al-Khatib gestern in Istanbul.

Khatib ist nach eigenen Angaben verantwortlich für eine nach Kobane entsandte Einheit der FSA, die in Syrien auch die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad bekämpft. Dem Kommandanten zufolge befanden sich bereits vor den Kämpfen gegen den IS rund 200 FSA-Kämpfer nahe Kobane. „Jetzt sind es 400, und wir erwarten weitere Verstärkung.“ Die Türkei ist ein Unterstützer der FSA. Die FSA-Rebellen haben sich den Kämpfern der kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) angeschlossen, die in Kobane seit Wochen gegen den IS kämpfen.

Erste Peschmerga in Kobane

Nach langem Warten sind unterdessen die ersten kurdischen Peschmerga aus dem Nordirak in Kobane eingetroffen. Die zehnköpfige Vorhut habe die Ankunft der restlichen 140 Kämpfer vorbereitet und die Stadt danach wieder verlassen, teilten Vertreter der Kurden mit. Die Peschmerga sollen den Verteidigern der Stadt helfen, den IS zurückzudrängen.

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Norwegen schickt Soldaten in den Irak

Norwegen will unterdessen in den kommenden Monaten 120 Soldaten in den Irak schicken. Die Norweger sollen aber nicht selbst an Militäraktionen teilnehmen, sondern die Iraker beim Aufbau eigener Kräfte unterstützen und beraten, sagte die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg gestern Abend.

Norwegen wolle sich an einem Ausbildungszentrum in der nordirakischen Stadt Erbil beteiligen und in der Umgebung von Bagdad präsent sein. Der Einsatz von Bodentruppen wird von allen an der Anti-IS-Allianz beteiligten Ländern zwar strikt abgewiesen - zahlreiche Länder bekundeten aber bereits die Absicht, Soldaten zu Beobachtungs- bzw. Ausbildungszwecken in den Irak zu schicken. Zuletzt landeten etwa erste deutsche Soldaten in Erbil.

Massengräber entdeckt

In der irakischen Provinz Anbar wurden Augenzeugenberichten zufolge die Leichen von mindestens 220 Menschen in zwei Massengräbern entdeckt. Die Toten sollen den unbestätigten Angaben zufolge zu einer Gruppe von 300 Angehörigen des sunnitischen Stammes Albu Nimr gehören, die in den vergangenen Tagen vom IS verschleppt wurde.