Aktivisten: IS erobert Gasfeld in Syrien

Nach tagelangen schweren Kämpfen hat die Dschihadistenorganisation Islamischer Staat (IS) nach Angaben von Aktivisten die Kontrolle über ein Gasfeld in der syrischen Provinz Homs übernommen. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, dauerten die Gefechte zwischen IS-Kämpfern und syrischen Regierungstruppen gestern am Rande des Feldes in Shaar an.

IS kontrolliere aber das „gesamte“ Gebiet, obwohl sich in den Gebäuden noch Soldaten aufhielten. IS selbst erklärte im Internet ebenfalls, das Gasfeld nach mehreren Tagen „befreit“ zu haben. Die Organisation veröffentlichte Bilder, die zerstörte Gastanks und mindestens 15 Leichen zeigten, bei denen es sich um Regierungssoldaten handeln soll. Viele hatten Schusswunden, andere waren verkohlt.

IS hatte am Dienstag eine Offensive zur Eroberung des Feldes gestartet und dabei der Beobachtungsstelle zufolge 30 Soldaten getötet. Die Angaben des Zentrums sind wegen der unübersichtlichen Lage in der Region kaum überprüfbar. Die Dschihadistenorganisation hatte in den vergangenen Monaten weite Gebiete im Nordirak und in Syrien erobert.

Freie Syrische Armee hat 400 Kämpfer in Kobane

In der nordsyrischen Stadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) konnte die Freie Syrische Armee (FSA) dagegen nach eigenen Angaben ihre Stellung gegen IS ausbauen. Bereits über 400 Soldaten kämpften an der Seite von Kurden gegen die Dschihadistenmiliz, sagte Kommandant Nisar al-Chatib gestern in Istanbul. Weitere FSA-Kämpfer seien auf dem Weg in die nordsyrische Stadt.

Chatib ist nach eigenen Angaben verantwortlich für eine nach Kobane entsandte Einheit der FSA, die in Syrien auch die Regierung von Staatschef Baschar al-Assad bekämpft. Dem Kommandanten zufolge befanden sich bereits vor den Kämpfen gegen den IS rund 200 FSA-Kämpfer nahe Kobane. „Jetzt sind es 400, und wir erwarten weitere Verstärkung.“ Die Türkei ist ein Unterstützer der FSA. Die FSA-Rebellen haben sich den Kämpfern der kurdischen Selbstverteidigungskräfte (YPG) angeschlossen, die in Kobane seit Wochen gegen den IS kämpfen.