„Wo ist die Friedensinitiative?“: Peres kritisiert Netanjahu

Ex-Präsident Schimon Peres hat der israelischen Regierung indirekt fehlenden Friedenswillen vorgeworfen. Wer dem Friedensprozess entsage, lebe „in einer Illusion“ und sei „kein Patriot“, sagte Peres gestern bei einer Gedenkveranstaltung für den 1995 ermordeten Regierungschef Jizchak Rabin in Tel Aviv.

„Es ist eine Schande, dass die einzige Friedensinitiative eine arabische Initiative war. Wo ist die israelische Friedensinitiative?“, fragte Peres und warnte zugleich davor, dass die „Zeit gegen uns“ läuft.

Peres bezog sich auf die saudi-arabische Friedensinitiative von 2002. Diese sah vor, dass Israel sich komplett aus den besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ostjerusalem, zurückziehen sollte. Im Gegenzug sollten die arabischen Staaten ihre Beziehungen mit Israel normalisieren. Derzeit liegt der Friedensprozess auf Eis.

Israel schließt Grenze zu Gazastreifen

Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern haben in jüngster Zeit wieder stark zugenommen. In Ostjerusalem gab es in den vergangenen Tagen schwere Zusammenstöße. Als Reaktion auf den jüngsten Beschuss aus dem Gazastreifen hat Israel die Grenzübergänge zu dem palästinensischen Küstengebiet geschlossen.

Die beiden Übergänge Eres und Kerem Schalom seien bis auf weiteres sowohl für Personen als auch für Materiallieferungen gesperrt, sagte eine Militärsprecherin der Nachrichtenagentur AFP. Ausnahmen gelten demnach für humanitäre Hilfe. Der neuerliche Beschuss aus dem Gazastreifen habe diese Entscheidung notwendig gemacht, sagte die Sprecherin.