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Ein Drittel des ukrainischen Staatsgebiets

In ihrem bewaffneten Kampf gegen die prowestliche Führung in Kiew verwenden die prorussischen Separatisten in der Ostukraine einen historischen Begriff: „Noworossija“ (Neurussland). Unter diesem Namen fasste im 18. Jahrhundert Zarin Katharina die Große den heutigen Osten und Südosten der Ukraine zusammen.

Das Gebiet war dem Osmanischen Reich entrissen und zunächst von der Hafenstadt Odessa aus verwaltet worden. Die nach Unabhängigkeit strebenden ostukrainischen Gebiete Donezk und Lugansk verstehen sich als Teil von „Noworossija“.

Auch Putin spricht von „Noworossija“

Nach der Gründung der Sowjetunion gehörte die Region zur damaligen Sowjetrepublik Ukraine. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Imperiums erklärte die Ukraine ihre Unabhängigkeit. Erst nach dem Sturz des ukrainischen Präsidenten Viktor Janukowitsch und dessen Flucht nach Russland im Februar dieses Jahres tauchte der Name wieder auf. Die Region begann, sich in einem blutigen Konflikt von der Ukraine abzuspalten.

Auch Russlands Präsident Wladimir Putin verwendet seit der Annexion der Schwarzmeerhalbinsel Krim im März immer wieder den Namen „Noworossija“. Offiziell erhebt Moskau zwar keinen Gebietsanspruch, setzt sich aber nach offiziellen Angaben für die Interessen der russischsprachigen Bevölkerung ein.

Experten: Wenig Rückhalt von Bevölkerung

Separatistenführer Pawel Gubarew erklärte, dass die selbst ernannten „Volksrepubliken“ Donezk und Lugansk in der Ostukraine einen Staat „Noworossija“ errichten wollen. Er rechnete auch weitere Regionen dazu: Mariupol, Odessa, Charkiw, Cherson, Dnjepropetrowsk, Saporoschje und Nikolajew - das ist mehr als ein Drittel des ukrainischen Staatsgebiets.

Die prowestliche ukrainische Führung wirft Russland vor, die Aufständischen mit Kämpfern und Kriegsgerät zu versorgen, damit diese „Noworossija“ schaffen. Laut Experten gibt es aber für einen unabhängigen Staat „Noworossija“ - anders als von Russland erhofft - in der Bevölkerung kaum Rückhalt.

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