Chinesischer Trojaner „WireLurker“ greift auch Windows an

Der neue Trojaner „WireLurker“, der Apple-Computer vor allem in China angriff, ist nun auch in einer Windows-Version entdeckt worden. Bei weiteren Nachforschungen seien 180 Programme mit der Schadsoftware aufgespürt worden, berichtete die IT-Sicherheitsfirma Palo Alto Networks am Donnerstag (Ortszeit).

Nach Erkenntnissen des Antivirenspezialisten Kaspersky Lab gab es „minimale Fallzahlen“ auch in Kanada, Frankreich, Großbritannien, Hong Kong, Taiwan und den USA.

Apple blockierte inzwischen mehrere hundert Programme, die Mac-Computer in China angriffen. Palo Alto Networks hatte die Schadsoftware in rund 470 Programmen in einem dubiosen chinesischen App-Laden ausfindig gemacht. Die Mac-Anwendungen seien mehr als 350.000-mal heruntergeladen worden, die Windows-Versionen in einer anderen chinesischen Onlineplattform rund 60.000-mal.

Ansteckungsrisiko außerhalb Chinas gering

Für Nutzer außerhalb Chinas gilt das Ansteckungsrisiko weithin als gering. Gefährlich wird es erst, wenn Nutzer Programme aus zweifelhaften Download-Läden oder Filesharing-Websites herunterladen und auf ihren Rechnern installieren.

Zugleich fiel die Schadsoftware damit auf, dass sie an den Computer mit einem USB-Kabel angeschlossene iPhones angreifen konnte. Dann greift sie dort nach Erkenntnissen von Palo Alto Networks Informationen wie Serien- und Telefonnummer des Handys ab. Bei iPhones, bei denen mit dem „Jailbreak“-Verfahren von Apple vorgegebene Einschränkungen entfernt wurden, werden demnach auch Daten aus E-Mails und Nachrichten abgefischt.