Frankreichs Olympia-Bewerbung wird zum politischen Streitfall

Frankreichs Staatschef Francois Hollande ist dafür, aber die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo bremst energisch: Die heftige Diskussion über Sinn und Zweck einer Bewerbung für die Olympischen Sommerspiele 2024 entzweit in wirtschaftlich komplizierten Zeiten die Politik der Grande Nation.

Die Austragung einer solchen Veranstaltung würde dem Land einen „Moment der Leidenschaft“ bescheren und „viele neue Jobs“ bringen, sagte Hollande Donnerstagabend im Fernsehen. Der Staatschef will den Versuch starten, die Sommerspiele nach genau 100 Jahren wieder in die Hauptstadt zu bringen.

Entscheidung über Kandidatur erst im Jänner

Die Antwort von Hidalgo, die sich schon zuvor als Olympia-Skeptikerin geoutet hatte, ließ nicht lange auf sich warten. Eine Entscheidung über eine Kandidatur werde erst im Jänner getroffen, entgegnete sie gestern. Auf einer Pressekonferenz fügte die 55-Jährige in Richtung ihres sozialistischen Parteikollegen resolut hinzu: „Ich möchte sagen, dass nichts und niemand mich dazu bringen wird, am Zeitplan und an der Methode der Bewerbung etwas zu ändern.“

Im Jänner will das Nationale Olympische Komitee (CNOSF) der Politik eine Projektstudie über Machbarkeit und Chancen einer Bewerbung präsentieren. „Anhand dieser Vorschläge werden wir klarer sehen und mit Sachkenntnis entscheiden können“, sagte die Bürgermeisterin. Heute habe man diese Kenntnisse nicht, „und ich bin gegen voreilige Entscheidungen, die auf Emotionen basieren“, betonte Hidalgo, die erst seit Mai im Amt ist.