Hamas gründet „Volksarmee“ im Gazastreifen

Die radikalislamische Hamas-Bewegung hat die Bildung einer „Volksarmee“ im Gazastreifen verkündet, um sich auf künftige Konfrontationen mit der israelischen Armee „vorzubereiten“. Die bewaffnete Einheit solle sicherstellen, „dass unser Volk bereit ist für jedwede Auseinandersetzung mit der Besatzungsmacht“, sagte das Hamas-Führungsmitglied Mohammed Abu Askar gestern.

Ein Sprecher der Essedin-al-Kassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Hamas, gab die Aufnahme „von 2.500 Rekruten in das erste Kontingent der Volksarmee zur Befreiung der Al-Aksa-Moschee und Palästinas“ bekannt.

Als tauglich betrachtet werden laut Abu Askar sowohl ältere als auch junge Kampfwillige ab 20 Jahren. Der Umgang Israels mit dem Tempelberg und die jüngsten Zusammenstöße in Jerusalem hätten die Notwendigkeit einer solchen „Volksarmee“ unterstrichen.

Situation in Jerusalem angespannt

In Jerusalem ist die Situation seit Wochen extrem gespannt. In Brennpunktvierteln im arabischen Ostteil der Stadt und in der Altstadt gibt es regelmäßig Straßenschlachten, zuletzt wurden zudem mehrere Attentate verübt. Angeheizt wird die Lage in der Stadt auch durch den Streit um den Tempelberg, der Muslimen und Juden heilig ist. Derzeit ist es nur Muslimen erlaubt, dort zu beten. Jüdische Ultranationalisten wollen das aber ändern.

Mogherini besucht Palästinensergebiete

Die neue EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini setzt ihren Nahost-Besuch heute mit Gesprächen in den palästinensischen Gebieten fort. Sie will Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und den palästinensischen Ministerpräsidenten Rami Hamdallah treffen. Mogherini plante ihrem Büro zufolge auch einen Besuch in Gaza.

Bei Treffen mit israelischen Politikern hatte sie diese gemahnt, wieder mit den Palästinensern zu verhandeln. Es sei notwendig, zum Friedensprozess zurückzukehren und regionale Mächte darin einzubinden. Israels Siedlungspolitik nannte Mogherini demnach „ein Hindernis“ für den Frieden.