Syrische Kurden verkünden Gleichstellung von Frauen

Die Verwaltung der syrischen Kurdenregion hat per Dekret Frauen die gleichen Rechte wie Männern zugesichert. Frauen und Männer müssten „in allen Bereichen des öffentlichen und privaten Lebens gleich“ sein, zitierte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte gestern aus dem Erlass der Provinz Hasaka im Nordosten Syriens.

Die Kurden in den autonomen Gebieten, die nicht von Damaskus anerkannt werden, haben ihre eigene Verwaltung und eigenen Vorschriften. Mit dem Erlass, der bereits Mitte der Woche veröffentlicht worden sein soll, erhalten Frauen das Recht auf dieselben Arbeitsbedingungen und dieselbe Bezahlung wie Männer.

Keine Zwangsheirat und Diskriminierung

Laut dem Dekret müssen Frauen mindestens 18 Jahre alt sein, um zu heiraten, und dürfen nicht gegen ihren Willen verheiratet werden. Polygamie wird ebenso wie „Ehrenmorde“ sowie Gewalt gegen Frauen und Diskriminierung verboten. Ferner erhalten Frauen das Recht zu erben.

„Affront gegen IS“

Das Dekret sei ein „Affront gegen die Gesetze der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS), die Frauen extrem diskriminieren“, sagte der Direktor der Beobachtungsstelle mit Sitz im Londoner Exil, Rami Abdel Rahman. Während die Kurden gegen die Terrormiliz kämpften, wollten sie zugleich der internationalen Gemeinschaft zeigen, dass sie sich für eine „demokratische Kultur“ und die Bürgerrechte einsetzten.

Die Kurden und der IS bekämpfen einander im Norden Syriens seit dem Vorjahr. Die Stadt Kobane (arabisch: Ain al-Arab) an der Grenze zur Türkei wurde zum Symbol dieser erbitterten Feindschaft. Seit Beginn der IS-Offensive auf Kobane Anfang September wurden dort mehr als 1.000 Menschen getötet. Die Kurden werden von einer von den USA angeführten Koalition mit Luftangriffen auf IS-Stellungen unterstützt.