Kaspersky warnt Mikl-Leitner vor „Internet der Bedrohungen“

Vor einem „Internet der Bedrohungen“ hat der russische Sicherheitssoftwarespezialist Eugene Kaspersky gestern in Wien gewarnt. Internetkriminelle seien heutzutage hoch professionell.

„Alle Daten auf dieser Welt wurden bereits gestohlen - und zwar mindestens zweimal“, so Kaspersky überspitzt. Bei einem Pressegespräch im Innenministerium forderte er mehr Zusammenarbeit von Regierungen und dem Privatsektor.

Österreichische Maßnahmen „ein wenig spät“

Auf der Welt sei so vieles durch Gesetze geregelt, aber im Bereich Cybersicherheit noch zu wenig. Es sei gut, dass die österreichische Regierung begonnen habe, mehr in diesen Bereich zu investieren. „Ich fürchte nur, es ist ein wenig spät“, so der Experte.

Mikl-Leitner kündigt Gesetz an

Österreich sei im Unterschied zu anderen Ländern einen anderen Weg gegangen, erläuterte Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP). Während andere Staaten nun ihre Cybersicherheitsstrategien nachjustieren müssten, gebe es hierzulande seit längerem intensive Kontakte mit Wirtschaft und Industrie und nun werde ein Gesetz ausgearbeitet. Das Cybersicherheitsgesetz müsse noch in dieser Legislaturperiode auf den Weg gebracht werden. „Es braucht einen Ordnungsrahmen“, hielt Mikl-Leitner fest.

Mehr unternehmerisches Engagement gefragt

Auch Alexander Janda, Generalsekretär des Kuratoriums Sicheres Österreich (KSÖ), sprach sich dafür aus, Interessensgruppen einzubeziehen und internationale Expertisen einzuholen, um mit den Entwicklungen mitzuhalten. Er forderte zudem mehr unternehmerisches Engagement im Bereich Cybersicherheit.