Brandanschlag auf Moschee im Westjordanland

Jüdische Siedler haben im Westjordanland laut palästinensischen Angaben eine Moschee angezündet. Wie Vertreter der palästinensischen Sicherheitskräfte erklärten, ereignete sich der Brandanschlag in der Nacht in dem Dorf al-Mughajir nordöstlich von Ramallah.

Das gesamte erste Stockwerk, wo sich eine Bibliothek befindet, sei ausgebrannt, hieß es. In Nordisrael wurde zugleich eine Brandflasche auf eine Synagoge geworfen. Dort entstand geringer Sachschaden.

Die Ortschaft al-Mughajir liegt in der Nähe der jüdischen Siedlung Schilo und mehrerer „wilder“ Außenposten radikaler Siedler. Eine Straße, die in unmittelbarer Nähe vorbeiführt, darf ausschließlich von israelischen Siedlern genutzt werden. Schon 2012 sei im Dorf eine Moschee angezündet worden, berichteten die Sicherheitskräfte weiter.

Warnung vor Religionskrieg

Der Brandanschlag auf eine im 19. Jahrhundert errichtete Synagoge in der heute von arabischen Israelis bewohnten Stadt Schfaram ereignete sich gestern am späten Abend. Nach Angaben einer Polizeisprecherin richtete die Brandflasche geringe Schäden an. Die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern hatten sich zuletzt wieder deutlich verschärft.

Bei fünf Anschlägen innerhalb von drei Wochen wurden insgesamt neun Menschen getötet und viele schwer verletzt. Da sich die Unruhen zum Teil an einem Streit über die Nutzung des Felsplateaus der Al-Aksa-Moschee in der Jerusalemer Altstadt entzünden, das von den Juden als Tempelberg geheiligt wird, warnen Politiker beider Seiten davor, dass der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern in einen Religionskrieg münden könnte.