Mexiko: Regionalparlament von Guerrero gestürmt

Rund 500 Lehrer und Studenten haben gestern aus Wut über die mutmaßliche Ermordung von 43 vermissten Studenten das Regionalparlament des Bundesstaats Guerrero gestürmt. Sie legten im Sitzungssaal und in der Bibliothek Feuer und zündeten fünf Fahrzeuge vor dem Gebäude an, wie AFP-Reporter berichteten. Mitglieder der radikalen Lehrergewerkschaft CETEG hatten in Chilpancingo, der Hauptstadt von Guerrero, zuvor auch das Büro der regionalen Bildungsbehörde in Brand gesteckt.

Seit der Generalstaatsanwalt am Freitag mitgeteilt hatte, drei Mitglieder der mit korrupten Polizisten verbündeten Drogenbande Guerreros Unidos hätten in der Haft gestanden, die Studierenden getötet und ihre Leichen auf einer Müllkippe verbrannt zu haben, eskalierten landesweit gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstranten.

Bei einem Protestmarsch gegen die Regierung von Präsident Enrique Pena Nieto in Chilpancingo wurden am Dienstag mindestens drei Polizisten und zwei Reporter verletzt. Zudem wurden in den vergangenen Tagen mehrfach öffentliche Gebäude attackiert.

Bürgermeister von Iguala in Haft

Die Studenten waren am 26. September nach einer Spendensammelaktion von der Polizei festgenommen und anschließend der mit ihnen verbündeten Drogenbande Guerreros Unidos übergeben worden. Die Ermittler vermuten, dass der Bürgermeister der Stadt Iguala, Jose Luis Abarca, das Vorgehen gegen die Studenten angeordnet hatte, um zu verhindern, dass sie eine geplante Rede seiner Frau stören. Nach mehrwöchiger Flucht wurde das Paar, das enge Verbindungen zur Drogenmafia unterhalten soll, am vergangenen Dienstag in Mexiko-Stadt gefasst.