NGOs beklagen geschlossene Fluchtwege für Syrer

Syrische Zivilisten sind laut einem Bericht zweier Organisationen zunehmend in dem Bürgerkriegsland gefangen, weil das Ausland die große Zahl an Flüchtlingen nicht mehr bewältigen kann. Vor allem westliche Länder müssten den unmittelbaren Nachbarstaaten Syriens helfen, heißt es in dem Bericht des Norwegischen Flüchtlingsrates (NRC) und des Internationalen Flüchtlingskomitees (IRC).

Die beiden NGOs lobten in dem heute veröffentlichten Bericht explizit die „großzügige Gastfreundschaft“ der Nachbarländer Libanon, Jordanien, Irak und Türkei. Diese hätten aber zunehmend Probleme, den Ansturm zu bewältigen, und daher die Aufnahme von Flüchtlingen drastisch zurückfahren müssen, heißt es in dem Bericht mit dem Titel „No Escape“ (Kein Entkommen).

Grenze „praktisch geschlossen“

Die „offiziellen und informellen“ syrischen Grenzübergänge seien derzeit für Männer, Frauen und Kinder aus Syrien „praktisch geschlossen“, berichteten der NRC und das IRC weiter. Gründe dafür seien die gestiegenen humanitären Anforderungen in Syrien und den Nachbarländern, nationale Sicherheitsbedenken und die „unzureichende internationale Unterstützung“. Im Jahr 2013 verließen der UNO zufolge im Monat rund 150.000 Syrer ihr Land. Im Oktober 2014 seien es nur knapp 18.500 gewesen, so die Organisationen.

Vor allem die Länder, die keine Grenzen mit Syrien hätten, seien nun am Zug, hieß es in dem Bericht. Vor allem der Westen habe in der Vergangenheit Solidarität „sowohl mit der syrischen Bevölkerung als auch mit den Nachbarländern“ vermissen lassen. Die Organisationen beklagten unter anderem, dass Frankreich und Großbritannien nur zur Aufnahme von wenigen hundert syrischen Flüchtlingen bereit seien. Auch die USA müssten mehr tun.

Strategische Beratungen in Florida

Rund 200 Offiziere aus mehr als 30 Ländern haben unterdessen im US-Bundesstaat Florida ihre Beratungen über die gemeinsame Strategie gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aufgenommen. Sie kamen gestern auf dem Luftwaffenstützpunkt MacDill in Tampa zusammen.

Die Konferenz biete den Partnern der Anti-IS-Allianz die Möglichkeit, sich auszutauschen und das weitere militärische Vorgehen zur Bekämpfung der Extremisten im Irak und in Syrien zu besprechen, hieß es.

Das Treffen dauert bis zum 21. November. Vor einem Monat waren bereits mehr als 20 Militärchefs der Koalition in Washington zu Beratungen zusammengekommen. Die IS-Kämpfer hatten in den vergangenen Wochen mehrere Regionen im Irak und in Syrien erobert. Auch Luftangriffe der von den USA angeführten internationalen Allianz konnten die Dschihadisten bisher nicht entscheidend zurückdrängen.