Berlusconi-Vertraute in Ruby-Affäre verurteilt

Drei Vertraute des italienischen Ex-Regierungschefs Silvio Berlusconi sind in der Ruby-Affäre um Sex mit minderjährigen Prostituierten in zweiter Instanz zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt worden. Das Mailänder Berufungsgericht reduzierte heute laut Nachrichtenagentur ANSA aber die Strafen für die Angeklagten.

Sie sollen die Prostitution bei den „Bunga-Bunga“-Festen in Berlusconis Villa begünstigt und organisiert haben. Das Urteil ist nicht rechtskräftig; die Verteidigung will Berufung einlegen.

Angeklagte sollen Frauen „beschafft“ haben

Der ehemalige TV-Direktor Emilio Fede wurde zu vier Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt, Nicole Minetti zu drei und Lele Mora zu sechs Jahren und einem Monat Haft. In erster Instanz waren sie im Juli 2013 zu Haftstrafen zwischen fünf und sieben Jahren verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte den Angeklagten vorgeworfen, Frauen für Berlusconi „beschafft“ zu haben, darunter auch die minderjährige Marokkanerin Karima el-Mahroug, genannt Ruby.

Der 78 Jahre alte Berlusconi war ihm Ruby-Prozess im Juli in einem Berufungsprozess überraschend freigesprochen worden. In erster Instanz war der dreimalige Regierungschef zu sieben Jahren Haft und einem lebenslangen Verbot öffentlicher Ämter verurteilt worden. Der Freispruch für Berlusconi ist auch nicht rechtskräftig.