Kerry stellt Entschärfung der Nahost-Krise in Aussicht

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US-Außenminister John Kerry hat nach einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu und dem jordanischen König Abdullah II. Schritte zur Entschärfung des Nahost-Konflikts in Aussicht gestellt.

Es habe „verbindliche Zusagen“ gegeben, den derzeitigen Status quo an den heiligen Stätten im von Israel besetzten Ostjerusalem beizubehalten, sagte Kerry gestern in Amman. Israel und Jordanien hätten außerdem vereinbart, Maßnahmen zur „Deeskalation“ der angespannten Lage zu ergreifen.

Dreiertreffen in Jordanien

Kerry äußerte sich nach dem Dreiertreffen im Königspalast in der jordanischen Hauptstadt. Gastgeber Abdullah II. hatte zuvor während eines Gesprächs mit dem US-Außenminister gefordert, dass Israel seine „wiederholten Aggressionen“ in Jerusalem unterlassen müsse. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte seinerseits in Amman Gespräche mit dem König sowie mit Kerry geführt.

Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem jordanischen Außenminister Nasser Dschudeh sagte Kerry, es gehe nicht darum, „jeden praktischen Schritt“ der weitgehend geheim gehaltenen Absprachen darzulegen. Es sei vielmehr „wichtiger, ruhig und wirksam voranzuschreiten“.

Er habe auch Abbas aufgefordert, konkrete Maßnahmen zur Entschärfung der Lage zu ergreifen. Abbas wiederum habe zugesagt, alles zu tun, „um die Ruhe wiederherzustellen und der Aufstachelung zu Gewalt vorzubeugen“.

Wegen des Streits um die Nutzung des von Juden und Muslimen als heilig verehrten Tempelbergs in der Jerusalemer Altstadt gibt es seit Wochen gewalttätige Auseinandersetzungen im Ostteil der Stadt zwischen Palästinensern und der israelischen Polizei.