WAVE-Konferenz über Prävention von häuslicher Gewalt

Jede dritte Frau in Europa und jede fünfte in Österreich hat seit ihrem 15. Lebensjahr physische und/oder sexuelle Gewalt erfahren. Darauf machten die grüne Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Ulrike Lunacek, und die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger (SPÖ) heute bei der Eröffnung einer Konferenz des Netzwerks Women Against Violence Europe (WAVE) in der Bundeshauptstadt aufmerksam.

An der dreitägigen Konferenz des vor 20 Jahren entstandenen Netzwerks nehmen 300 Vertreter von Gewaltschutzeinrichtungen aus 41 Nationen teil. In dem auf Initiative Österreichs und fünf weiterer Länder gegründeten Netzwerk sind heute 107 Organisationen aus 46 Staaten vertreten. Die Konferenz befasst sich mit den künftigen Perspektiven von Prävention von Gewalt an Frauen und deren Kindern.

Gewalt gegen Frauen verursacht in der EU jährlich schätzungsweise 226 Milliarden Euro an direkten und indirekten Kosten. Das sagte Lunacek unter Berufung auf eine Studie der britischen Soziologinnen Sylvia Walby und Philippa Olive. „Präventionsmaßnahmen kosten bedeutend weniger“, sagte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments.

Da die gesetzlichen Regeln zu Verhinderung von Gewalt und Unterstützung von Opfern in den EU-Ländern unterschiedlich sind, erachtet Lunacek einen umfassenden gesetzlichen Rahmen als notwendig.