Europäer an IS-Enthauptungen beteiligt?

An der Ermordung mehrerer syrischer Soldaten durch die radikalislamische Terrormiliz Islamischer Staat (IS) waren möglicherweise mehrere Europäer beteiligt.

Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve sagte heute, es sei sehr wahrscheinlich, dass ein 22-jähriger Franzose dem Exekutionskommando angehört habe. Der Verdächtige habe Frankreich im August 2013 verlassen, um nach Syrien zu reisen.

Ein Brite glaubte zudem, seinen Sohn unter den IS-Kämpfern erkannt zu haben. Ahmed Muthana sagte der Zeitung „Daily Mail“, er glaube, er habe seinen 20-jährigen Sohn Nasser unter den IS-Kämpfern in dem 15-minütigen Film erkannt. Die meisten der 16 IS-Milizionäre waren unmaskiert.

Des Weiteren sollen laut britischen Medien ein zweiter Franzose und ein Deutscher unter den IS-Terroristen identifiziert worden sein. Der Terrorist, der im Video das Wort ergreift, spricht ebenfalls mit einem auffälligen britischen Akzent, sein Gesicht war jedoch völlig vermummt.

Auch US-Bürger unter Ermordeten

In dem IS-Video ist die Tötung von mindestens 14 syrischen Regierungssoldaten zu sehen. In der Aufnahme sagte ein Maskierter zudem, der IS habe den US-Bürger Peter Kassig enthauptet. Zu Füßen des vermummten Mannes lag ein blutiger, abgeschlagener Kopf. Die USA bestätigten die Identität Kassigs.

US-Präsident Barack Obama bestätigte den Tod Kassigs. Der für eine Hilfsorganisation tätige 26-jährige Ex-Elitesoldat arbeitete nach Angaben seiner Eltern als Entwicklungshelfer in Syrien, als er am 1. Oktober 2013 in Deir al-Sor im Osten des Landes entführt wurde.

1.500 Menschen exekutiert

Seit der Ausrufung des IS-„Kalifats“ im Juni wurden in Syrien laut Aktivisten fast 1.500 Menschen exekutiert. „Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte hat die Exekution von 1.429 Menschen dokumentiert“, teilte der Leiter der oppositionellen Organisation, Rami Abdel Rahman, mit. Etwa 700 der IS-Opfer waren den Angaben zufolge Angehörige des Stammes der Scheitaat.