Frankreich will Kündigungsschutz lockern

Im Kampf gegen die anhaltende Wirtschaftsmisere macht Frankreichs Regierung Tempo bei der Lockerung des Kündigungsschutzes. Seit 2013 geltende Regelungen seien zu unflexibel und hätten ihr Ziel nicht erreicht, sagten Regierungsvertreter gestern.

Widerstand der Gewerkschaften

Deshalb würden neue Schritte erwogen, damit Arbeitgeber Mitarbeiter leichter entlassen können und so weniger vor Neueinstellungen zurückschrecken. Das Vorhaben dürfte auf Widerstand der Gewerkschaften stoßen, zumal die sozialistische Regierung von Präsident Francois Hollande laut einem Gesetzentwurf zugleich die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage von fünf auf zwölf im Jahr erhöhen will.

Balanceakt für Hollande

Hollande steht bei der Debatte über die Details seiner Arbeitsmarktreform vor einem neuen Balanceakt: Unter dem Druck einer Arbeitslosenquote von anhaltend mehr als zehn Prozent will er Frankreichs Unternehmer zu Neueinstellungen ermutigen.

Er darf es sich zugleich aber nicht ganz mit den traditionell sehr einflussreichen und streikfreudigen Gewerkschaften verderben, während er mit ihnen bereits über andere Aspekte des geplanten Bürokratieabbaus im Arbeitsrecht verhandelt. Die Abschaffung bestimmter Auflagen, die Firmen bei Vergrößerung der Belegschaft bekommen, könnte Experten zufolge 140.000 Jobs schaffen.