Bologna-Attentäter von 1980 zu Mrd.-Entschädigung verurteilt

Die italienischen Rechtsextremisten Valerio Fioravanti und Francesca Mambro, die wegen des Attentats auf den Bahnhof von Bologna im Jahr 1980 mit 85 Toten zu lebenslanger Haft verurteilt worden sind, sollen dem italienischen Staat eine Entschädigung in Höhe von 2,13 Milliarden Euro zahlen. Dazu wurden sie zumindest heute von einem Zivilgericht in Bologna verurteilt.

Der 56-jährige Fioravanti hat 26 Jahre hinter Gittern verbracht und ist wegen guter Führung seit 2009 wieder ein freier Mann. Seine Frau Mambro war bereits ein Jahr früher freigekommen. Fioravanti war 1980 verhaftet worden. Ein Jahr später wurde auch seine damalige Lebensgefährtin Mambro festgenommen. Die beiden, die 1985 im Gefängnis heirateten, haben stets die Verantwortung für den Anschlag in Bologna bestritten.

Große Verunsicherung ausgelöst

Die Summe, die die beiden Rechtsextremisten aufgrund ihrer enormen Höhe wohl nie bezahlen werden können, wurde vom Gericht für die materiellen und moralischen Schäden sowie für die Verfahrenskosten festgelegt. Das Gericht nahm damit die Forderung an, die Rechtsanwalt Fausto Baldi im Namen der Regierung eingereicht hatte.

Der Anschlag - nach den Anschlägen in Madrid am 11. März 2004 der gravierendste in der Geschichte Europas - habe große Verunsicherung in der Bevölkerung ausgelöst und Italiens Ansehen schwer geschadet, so Richterin Francesca Neri in ihrer Urteilsbegründung.