Moscheen in allen türkischen Staatsuniversitäten geplant

Nach Plänen der obersten islamischen Instanz der Türkei soll es in sämtlichen staatlichen Universitäten des Landes bald Moscheen geben. In mehr als 80 Hochschulen seien bereits muslimische Gotteshäuser im Bau, sagte der Chef der Einrichtung Diyanet, Mehmet Görmez, gestern der amtlichen Nachrichtenagentur Anadolu. Demnach wurden bereits 15 Moscheen eröffnet. Im kommenden Jahr sollten mindestens 50 hinzukommen.

„In unserem Land gibt es 20 Millionen junge Leute, und wir wollen jeden von ihnen erreichen“, sagte Görmez. In den neuen Moscheen werde es vom Staat bezahlte Geistliche geben, die sich den Problemen junger Menschen annehmen sollten. Die Gotteshäuser sollten Orte sein, „in denen sie die Liebe Gottes in ihren Herzen fühlen werden“.

Der islamisch-konservativen Staatsführung um den türkischen Präsidenten und früheren Regierungschef Recep Tayyip Erdogan wird von Kritikern vorgeworfen, das säkulare Staatsverständnis Schritt für Schritt abschaffen zu wollen.