US-Bürger nach 39 Jahren Haft für unschuldig erklärt

Nach 39 Jahren hinter Gittern hat ein zum Tode Verurteilter im US-Bundesstaat Ohio gestern das Gefängnis als freier Mann verlassen, weil seine Verurteilung auf der erlogenen Aussage eines Zwölfjährigen beruhte.

So lange sei noch niemand in den USA unschuldig im Gefängnis gesessen, erklärte der Anwalt von Ricky Jackson, Mark Godesey, auf der Facebook-Seite seiner Organisation Ohio Innocence Project.

Falscher Zeuge

Der Afroamerikaner Jackson, heute 57 Jahre alt, war 1975 zum Tode verurteilt worden, weil er mit zwei Komplizen in einem Lebensmittelgeschäft einen Weißen erschossen und eine Frau schwer verletzt habe. Jackson war damals 18 Jahre alt.

Die Verurteilung beruhte auf Aussagen eines Zwölfjährigen, der die vermeintlichen Täter identifizierte. Erst als Erwachsener vertraute er zunächst einem Priester an, dass er gar kein Zeuge des Verbrechens war, später widerrief er seine Aussage auch vor Gericht. Tatsächlich saß er zur Tatzeit in einem Schulbus mehrere Blocks vom Ort des Geschehens entfernt.

„Wünsche ihm alles Gute“

Jackson gab sich trotz der schlimmen Ungerechtigkeit, die ihm widerfuhr, versöhnlich. Der damalige falsche Zeuge sei von der Polizei zu seiner Falschaussage gedrängt worden, sagte er vor Reportern. „Ich wünsche ihm alles Gute, ich hasse ihn nicht.“