Trotz Boykotts: Bahrain meldet hohe Wahlbeteiligung

Bei den Parlaments- und Kommunalwahlen in Bahrain hat es nach offiziellen Angaben eine höhere Beteiligung gegeben als von der Opposition erhofft. Ersten Erhebungen zufolge hätten bei der Parlamentswahl 51,5 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben, teilte gestern Abend nach Schließung der Wahllokale das Justizministerium mit.

Die schiitische Opposition in dem kleinen Golfstaat, in dem politische Parteien nicht zugelassen sind, hatte zum Boykott des Urnengangs aufgefordert. Ihr Chef Ali Salman hatte vorausgesagt, dass die Wahlbeteiligung deshalb nicht über 30 Prozent liegen werde.

Jahrelange Proteste gegen sunnitisches Königshaus

Der Urnengang erfolgte unter dem Eindruck anhaltender Proteste gegen das sunnitische Königshaus. Die Bevölkerung Bahrains ist mehrheitlich schiitisch, wird aber seit Jahrhunderten von einer sunnitischen Herrscherfamilie regiert. Seit dem Frühjahr 2011 gibt es immer wieder Proteste gegen das Königshaus, die von Sicherheitskräften aufgelöst werden.

Knapp 350.000 Bürger waren am Samstag aufgerufen, aus 266 Kandidaten die 40 Abgeordneten des Parlaments sowie Vertreter in den Kommunen zu wählen.