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Detektiv- und Jump-’n’-Run-Spiele

Der klinische Psychologe und Psychotherapeut Manuel Sprung nähert sich in seiner Praxis mit einem eher unkonventionellen Ansatz den Erkrankungen seiner jungen Klienten: Er hat Computerspiele entwickelt, die die psychische Gesundheit fördern sollen.

„Man kann zu Computerspielen die Einstellung haben, die man will, aber es ist nun einmal Tatsache, dass der Großteil der Kinder und Jugendlichen regelmäßig spielt“, so Sprung zu ORF.at. Damit hole man sie dort ab, wo sich die jungen Menschen bewegen. Die Spiele sollen der allgemeinen Gesundheitsförderung und Prävention von psychosozialen Problemen und Suchtverhalten als auch zur Unterstützung der Behandlung von psychischen Erkrankungen dienen.

Computerspiel "EmoJump"

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Welcher Gesichtsausdruck passt zu dieser Szene? Das Jump-’n’-Run-Spiel EmoJump soll die emotionale Kompetenz fördern. Eingesetzt wird es unterstützend in der Behandlung von Angststörungen, Depression und Trauma.

Begleitend zur Therapie

Sie schaffen einen niederschwelligen Zugang zu den Problemen, für Sprung sind sie eine Öffnung für eine Therapie und werden begleitend dafür eingesetzt. Ein Ansatz, der gut aufgehe. Der Psychologe will damit aber auch bewirken, dass den Betroffenen ein wenig von der Stigmatisierung genommen wird, die noch immer mit Depressionen, Angststörungen und ähnlichen Erkrankungen einhergeht. Sprungs Games4Resilience beinhalten Jump-’n’-Run-Spiele ebenso wie Abenteuer- und Detektivspiele sowie Simulationen Sozialer Netzwerke, in denen Jugendliche testen können, wie ihre Umwelt auf unterschiedliches Verhalten reagiert.

Gerade Soziale Netze hätten theoretisch eigentlich ein großes Potenzial für schüchterne, zurückgezogene Menschen, so Sprung. Allerdings haben die Betroffenen dort dieselben Strategien, wie im Alltag, mit denselben Effekten. „Wenn ich nur düstere Sachen poste, dann antwortet und likt das keiner“, so Sprung.

Computerspiel "Alien Game"

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Die kleinen Aliens wollen gefüttert werden - aber bitte mit dem richtigen Essen oder Getränk! „Alien Game“ soll Aufmerksamkeit, Selbstkontrolle, Arbeitsgedächtnis und Handlungssteuerung fördern und kann bei Aufmerksamkeitsstörungen, Lernstörungen und Störungen im Sozialverhalten eingesetzt werden.

Negativspirale durchbrechen

Die Spiele sollen nicht nur das emotionale Empfinden von Kindern und Jugendlichen schulen, sondern auch jene Ansätze unterstützen, die Sprung in seiner Therapie verfolgt: Den Betroffenen soll dabei geholfen werden, wenig hilfreiche Gewohnheiten abzulegen, in denen sie oft wie in einer Spirale feststecken. Außerdem werden ihnen Möglichkeiten aufgezeigt, Probleme zu lösen und Aktivitäten zu planen, die sie aus der negativen Stimmung herausholen.

Petra Fleck, ORF.at

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