UNO: Über zwölf Millionen Syrer auf Hilfe angewiesen

Wegen des seit mehr als dreieinhalb Jahren tobenden Bürgerkrieges in Syrien sind nach Angaben der Vereinten Nationen rund 12,2 Millionen Menschen dringend auf Unterstützung angewiesen. Darunter seien mehr als fünf Millionen Kinder, sagte die UNO-Koordinatorin für humanitäre Hilfe, Valerie Amos, gestern vor dem Sicherheitsrat in New York.

Fast Hälfte aller Syrer mussten fliehen

Im Juli war die Zahl bei 10,8 Millionen Menschen gelegen. Die anhaltende Gewalt habe beinahe die Hälfte der Syrer aus ihren Häusern vertrieben, viele von ihnen mehrfach, sagte Amos. Ihren Angaben zufolge gibt es in dem Land mittlerweile etwa 7,6 Millionen Binnenflüchtlinge, mehr als 3,2 Millionen Menschen hätten Syrien verlassen.

150.000 Tote

Der Konflikt in dem Land begann im März 2011. Seither kamen nach UNO-Angaben mehr als 150.000 Menschen ums Leben. Wie die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mitteilte, starben allein gestern mindestens 36 Zivilisten bei Luftangriffen des Regimes auf das von der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) kontrollierte al-Rakka. Die Stadt im Osten des Landes ist eine Hochburg der IS-Extremisten.

Es handelte sich um die schwersten Luftangriffe auf al-Rakka, seit die Dschihadistenmiliz die Stadt im vergangenen Jahr erobert und zum Zentrum ihres „Kalifats“ gemacht hat. Laut der Beobachtungsstelle flogen syrische Kampfjets zehn Angriffe auf die Stadt im Osten des Landes. Sie trafen unter anderem auch eine Moschee.

Berichte über Steinigungen

Wie die Beobachtungsstelle weiter mitteilte, steinigten IS-Extremisten in Syrien zwei junge Männer wegen angeblicher Homosexualität zu Tode. Ein 20-Jähriger sei unter dem Vorwurf der Homosexualität in der Ortschaft Majadin in der Provinz Deir al-Sor gesteinigt worden, erklärte das Netzwerk. Auf seinem Handy seien angeblich Bilder gefunden worden, die ihn bei „unschicklichen Akten mit Männern“ zeigten. In Deir al-Sor soll ein 18-Jähriger unter dem gleichen Vorwurf gesteinigt worden sein.