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„Ein Alarmsignal“

Als Reaktion auf mysteriöse Drohnenflüge über französischen Atomkraftwerken hat die Regierung in Paris ein Forschungsprogramm zur Erkennung und zum Abfangen solcher Fluggeräte lanciert. Die Überflüge der vergangenen Wochen seien ein „Alarmsignal“, erklärte das französische Generalsekretariat für Verteidigung und nationale Sicherheit Ende November in Paris.

Die Behörde beauftragte die nationale Forschungsagentur damit, technische Mittel zu entwickeln, mit denen Drohnen ausgemacht und abgefangen werden können. Eine Million Euro steht dafür zur Verfügung. In den vergangenen Wochen hatten immer wieder Drohnen französische Atomkraftwerke überflogen. Wer hinter den Flügen steckt, ist nach wie vor unklar.

Greenpeace: Alte AKWs abschalten

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace warnte Anfang der Woche, die Drohnenüberflüge seien ein ernsthaftes Sicherheitsrisiko, Frankreichs Atomanlagen seien „absolut unzureichend“ gegen Terroranschläge gesichert. „Die überalterten Atomanlagen müssen abgeschaltet werden, bis die Hintergründe der Drohnenüberflüge geklärt sind“, hieß es vonseiten der Nichtregierungsorganisation (NGO).

Die französischen Nuklearanlagen sind auf 19 Standorte verteilt. In den vergangenen Wochen wurden dort rund 30 unbemannte Drohnen gesichtet. Es ist verboten, Atomanlagen zu überfliegen. Als Konsequenz soll nach unbestätigten Informationen französischer Stellen bereits „eine Reihe technischer Geräte“ wie ein Militärradar installiert worden sein. Das Generalsekretariat für Verteidigung und nationale Sicherheit, kurz SGDSN, erklärte dagegen, die Drohnenflüge der vergangenen Wochen stellten keine „Bedrohung“ dar, die „das gute Funktionieren und die Sicherheit der Atomanlagen“ infrage stellten.

Polnische Güterbahn setzt auf Drohnen

Doch nicht nur in Frankreich sollen Drohnen zur Bekämpfung von Kriminalität eingesetzt werden. Das polnische Eisenbahnunternehmen PKP Cargo setzt bereits Drohnen ein, um die Ladung von Güterzügen vor Diebstahl zu schützen. Mit den unbemannten Flugkörpern würden Bahnanlagen überwacht und Hindernisse auf den Gleisen aufgespürt.

Die Drohnen sind mit Wärmebildkameras ausgerüstet und unabhängig von der Witterung einsetzbar. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres sei es zu mehr als 900 Diebstählen mit einem Gesamtschaden von umgerechnet knapp einer Million Euro gekommen. Kohletransporte sind besonders oft Ziel von Angriffen.

Drohnen bei Fußballspielen in Italien

Unterdessen ist der italienischen Polizei in Zukunft erlaubt, auch bei Fußballspielen Drohnen zur Überwachung einzusetzen. Italiens Luftwaffe und die Polizei unterzeichneten Ende November ein entsprechendes Abkommen. Die Drohnen vom Typ Predator sollen demnach bei Großereignissen wie gut besuchten Fußballpartien und Demos zur Überwachung aus der Luft eingesetzt werden. Sie sind auf dem Militärflugplatz Amendola in der Region Apulien stationiert, haben eine Flugdauer von etwa 20 Stunden und können unterwegs Daten sammeln und Bilder senden.

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