Le Pen weist Bericht zu 40-Mio.-Kredit aus Russland zurück

Frankreichs rechtsextreme Front National (FN) hat einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach sie sich in Russland 40 Mio. Euro leihen wollte. „Das ist frei erfunden, das ist verrückt“, sagte Parteichefin Marine Le Pen gestern Abend. „Es ging nie um einen Kredit von 40 Millionen Euro. Wir haben neun Millionen Euro beantragt und wir haben neun Millionen Euro bekommen.“

Das für seine Enthüllungen bekannte Onlinenachrichtenmagazin Mediapart hatte vergangene Woche zunächst aufgedeckt, dass sich die FN bei der russischen First Czech-Russian Bank (FCRB) einen Kredit in Höhe von neun Mio. Euro besorgt hatte. Die FN bestätigte das und begründete den Schritt damit, dass die Partei von französischen Banken kein Geld mehr geliehen bekomme, das sie etwa für ihre Wahlkämpfe benötige.

Zahlreiche Wahlerfolge im letzten Jahr

Der Kredit aus Russland hatte vor allem deswegen für Aufsehen gesorgt, weil der rechtsextremen Partei eine sehr russlandfreundliche Haltung vorgeworfen wird.

So hatten Le Pen und andere Parteiverantwortliche wiederholt die französische Regierung kritisiert, die wegen der Ukraine-Krise derzeit die Lieferung eines französischen Kriegsschiffes an Moskau verweigert. Die FN konnte im Wahljahr 2014 zahlreiche Erfolge erzielen.

Bei den Kommunalwahlen im März eroberte die rechte Partei rund ein Dutzend Rathäuser, bei der Europawahl im Mai wurde sie erstmals in Frankreichs Geschichte stärkste Kraft. Ende September zog sie zudem erstmals in den französischen Senat ein. Wäre heute Präsidentschaftswahl, könnte Le Pen laut Umfragen in der ersten Wahlrunde sogar auf dem ersten Platz landen.