ESA soll neue Ariane-Rakete entwickeln

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Das Erfolgsunternehmen der europäischen Trägerrakete Ariane wird fortgeschrieben: Für das Nachfolgeprojekt der Ariane-5-Rakete, die Ariane 6, sagten die Minister der Mitgliedsstaaten der Europäischen Weltraumagentur (ESA) gestern rund vier Milliarden Euro zu. Das teilte die französische Staatssekretärin für Forschung, Genevieve Fioraso, in Luxemburg mit.

Die Entwicklung der Ariane 6 gehört zu einem umfassenderen Programm, für das insgesamt acht Milliarden Euro zur Verfügung gestellt werden. Die Ariane 6 soll erstmals 2020 gestartet werden. Sie soll in der Nutzung flexibler sein als die Ariane 5 - und Nutzlasten zwischen fünf und zehn Tonnen ins All bringen können. Daneben entwickelt die ESA auch eine kleinere Trägerrakete namens Vega.

Auch neue Abschussrampe geplant

Die europäischen Teilnehmerstaaten sagten auch zu, für die Ariane-Starts eine neue Abschussrampe auf dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana in Südamerika zu bauen. Deutschlands Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte vor wenigen Tagen einen zusätzlichen Beitrag seines Landes zur Ariane 6 von jährlich mehr als 60 Millionen Euro angekündigt.

Der Anteil Frankreichs am Ariane-Programm liegt bei 52 Prozent, der Anteil Deutschlands bei 22 Prozent. Die beiden Länder sind die beiden größten Geldgeber. Die deutsche Staatssekretärin Brigitte Zypries (SPD) sagte nach dem Beschluss in Luxemburg, die Einigung sei gut für die Industrie und die Beschäftigung in Deutschland.

SpaceX macht ESA Markt streitig

Die Ariane 5 hat derzeit einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent. Der US-Anbieter SpaceX bemüht sich aber, mit Billigangeboten der Ariane Marktanteile abzujagen. ESA-Chef Jacques Dordain sprach von einem „sehr großen Erfolg“, als die Minister in Luxemburg ihre Entscheidung getroffen hatten. Fioraso sprach von einer „historischen Entscheidung“, die für die „Souveränität“ Europas, seine Industrie und die Beschäftigung wichtig sei.

Frankreichs sozialistischer Premierminister Manuel Valls begrüßte den Beschluss von Luxemburg. „Diese große und schöne Entscheidung öffnet ein neues Kapitel in der Raumfahrtgeschichte“, sagte er in Paris. Valls hob hervor, dass sich Frankreich für eine Stärkung der europäischen Trägerraketen eingesetzt habe, um „gegen die internationale Konkurrenz bestehen zu können“.